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Geschichte der katholischen Pfarrei

Glan-Münchweiler im Überblick

 Die protestantische Kirche   (Strichzeichnung von O.Brückner)    

Nach der Überlieferung wurde die erste Kirche in Glan-Münchweiler um 750 n.Chr. auf Veranlassung des Heiligen Pirminius von Mönchen des Klosters Hornbach gegründet.           

Das „Münchweiler Tal“ unterstand jahrhundertelang als Lehen verschiedenen Adelsge-schlechtern. Nachdem Georg I. von der Leyen durch seine Heirat mit Eva  Mauchenheimer Anteile an der Herrschaft im Münchweiler Tal erworben hatte, kam dieses 1486 als Erb-lehen in den Besitz der Grafen von der Leyen.

In der Reformationszeit erscheint 1555 mit Theobald Röhrich der erste  lutherische Pfarrer, obwohl die „Ortsherren noch gut katholisch eingestellt“ waren.                            

Auch als nach dem Dreißigjährigen Krieg 1618 - 1648 viele katholische und reformierte Neusiedler im Münchweiler Tal sesshaft wurden, blieb das lutherische Bekenntnis dominierend. Unter dem Schutz der Franzosen kam es am 29. November 1684 zur Wiedergründung der katholischen Pfarrei. Die Protestanten durften ihren Gottesdienst nicht mehr ausüben. Der erste katholische Pfarrer, Johannes Museler, erhielt die alleinige Verfü-gungsgewalt über die Kirche. In den Anfangsjahren betreute er neben dem Pfarrort Münchweiler und den Filialen Nanzweiler, Dietschweiler, Börsborn, Gries, Haschbach und Steinbach am Glan auch viele Katholiken der näheren und weiteren Umgebung.

In den Jahren 1684 bis 1687 traten 22 Lutheraner und 3 Reformierte – an ihrer Spitze der lutherische Münchweilerer Pfarrer Johannes Christophorus Cramer und Schultheiß Andreas Stemmler – zum katholischen Glauben über.                                                                                             

Die Macht des Schwedenkönigs Karls XII., der zugleich Herzog von Zweibrücken (1697 – 1718) war, wurde auch in Münchweiler wirksam, indem seine Zweibrücker Beamten 1699 den katholischen Pfarrer Museler absetzen und sämtliche Pfarrrechte auf den evangelisch – lutherischen Magister Rapp übertragen liesen. Immerhin verblieb den Katholiken das Recht auf  Mitbenutzung der Kirche. Pfarrer Museler durfte zwar sein Amt weiterhin ausüben, wurde aber am 1. September 1699 mit Gewalt aus dem Pfarrhaus ausgewiesen.

1721 wurde die Kirche endgültig simultan

Auf die Beschwerde der Protestanten hin, dass das Gericht Münchweiler nur mit Katholiken besetzt sei, verfügte Graf Franz Carl von der Leyen, dass künftig Protestanten und Katholiken in diesem Gremium mit der gleichen Anzahl von Schöffen vertreten sein sollten.

Am 3.August 1786 legten beide Religionsgemeinschaften in einer „feyerlichen“ Vereinbarung die gegenseitigen Rechte und Pflichten eindeutig fest. Die Übereinkunft geschah auf Vermittlung der Gräfin Marianne von der Leyen, die wie schon bei vorhergegangenen Gelegenheiten „als Friedensstifterin im Dorf für die beiden Pfarreien tätig gewesen“   war.

Seitdem wird von gravierenden religiösen Streitigkeiten nicht mehr berichtet.

 

Unter Pfarrer Nikolaus Stuckert (1888 – 1904) bauten sich die Katholiken eine eigene Kirche. Diese wurde am 8. September 1902vom Speyerer Bischof Josef Georg Erler konsekriert. Mit diesem Tag endete das Simultaneum, die altehrwürdige simultane Pfarrkirche ging in den alleinigen Besitz der protestantischen Kirchengemeinde über.

( Zusammengestellt auf der Grundlage von Beiträgen in der Festschrift „950 Jahre Glan-Münchweiler“, 1969)

 

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